Lohnt sich ein Balkonkraftwerk / eine Mini-Solaranlage?

Um die Antwort gleich vorweg zu nehmen: JA!

Die häufigste Frage die sich Solar-Neulinge immer wieder skeptisch stellen: Lohnt sich so ein Balkonkraftwerk wirklich?

Diese Frage ist natürlich völlig gerechtfertigt, denn schließlich nimmt man hart erarbeitetes Geld in die Hand und gibt es aus.

Noch vor wenigen Jahren wurden solch kleine Mini Solaranlagen eher belächelt und waren etwas für Idealisten, denn Sie waren schlichtweg zu teuer, außerdem hatten viele Leute Angst das Sie nicht sicher genug sind.

Doch das hat sich grundlegend geändert, seit man Balkonkraftwerke legal betreiben darf sind diese Bedenken verschwunden, außerdem gab es einen massiven Preisrutsch in den letzten Jahren – Solarmodule und Wechselrichter sind so günstig wie nie.

Jetzt sind die Idealisten in der Minderheit, Spar-Fans auf dem Vormarsch 😉

Hinweis: Selbst, wenn man mit solch eine Mini-Solaranlage kein Geld verdienen würde, dann würde diese sich dennoch „lohnen“. Denn schließlich wird jede Kilowattstunde die mit so einem kleinen Balkonkraftwerk erzeugt wird, nicht in einem stinkenden Braunkohlekraftwerk erzeugt! Und mit ein oder zwei Solarmodulen die einmal gekauft, um die 30 Jahre funktionieren!

Aber natürlich verstehen wir das gerechnet werden muss, schließlich gehen wir (fast) alle für unser Geld arbeiten. Aber egal wie die Rechnung auch ausfällt, leisten sie mit so einem Balkonkraftwerk einen kleinen, aber wichtigen, Beitrag zum Umweltschutz und zur Klimawende. Völlig egal ob die Ausrichtung nicht ganz perfekt ist, oder ob das Modul teilweise verschattet ist… Hauptsachen Sie tun etwas, und in den 25 bis 30 Jahren die das Balkonkraftwerk für Sie Strom generiert, bekommen Sie Ihre Investition zu 100% mehrfach wieder rein, auch ohne eine optimale Ausrichtung!

Doch lassen wir uns anhand eines realen Beispiels einfach mal anschauen ob sich so ein Balkonkraftwerk tatsächlich lohnt.

Wie sehr sich ein Balkonkraftwerk lohnen kann

Beispielanlage:

  • 650 Watt Peak Leistung, bestehend aus zwei 325 Watt Modulen
  • Microwechselrichter mit 570 Watt max. Leistung
  • Selbstgebaute Aufständerung mit 3 verschiedenen Winkeln (70 Grad, 50 Grad und 20 Grad)
  • Steht auf einem Garagendach frei von jeder Verschattung
  • Link zur Beispielanlage

Unsere Beispielanlage steht bei uns zuhause. Wir haben den Winkel der Aufständerung verstellbar gemacht, um einmal zu schauen was das tatsächlich bringt. Im tiefsten Winter steht die Sonne flach, das heißt die Module werden steil dagegengestellt. Im Sommer wenn die Sonne steil steht, werden die Module auf 20 Grad geneigt.

Wir haben uns für die Ost-West Ausrichtung entschieden (nach mehreren Versuchen), also ein Modul nach Osten geneigt, ein Modul nach Westen geneigt.

Das hat den Vorteil das der Mittagspeak vermieden wird, also dann, wenn die zwei Module unserer Anlage genau Richtung Sonne zeigen würden.

Mit der Ost-West Ausrichtung wird die aufgehende Sonne von Beginn an, und durch das nach Westen ausgerichtete Modul, bis zum Sonnenuntergang genutzt.

Das heißt es wird kontinuierlich Strom genutzt, ohne den Mittagspeak den wir nicht ausnutzen könnten. Ideal also um den Eigenverbrauch so hoch wie möglich zu halten.

Wir speisen mit unserem Balkonkraftwerk in unser Hausnetz ein, das heißt ein großes Einfamilienhaus mit einem Einliegerbüro. Das Büro wird täglich von einer Person von früh bis abends genutzt. Zur Grundlast des Hauses kommt also ein PC, zwei Monitore, Lautsprecher, Drucker, Scanner und Arbeitsplatzbeleuchtung dazu. Das Büro hat allein einen Stromverbrauch von 200 Watt pro Stunde.

Im Haus gibt es die üblichen Verbraucher, zusätzlich noch ein Pool mit einer entsprechenden Sandfilteranlage.

Wir haben viele Gewohnheiten angepasst seitdem das Balkonkraftwerk auf dem Garagendach steht, so werden Großverbraucher wie Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler nur gestartet, wenn gerade viel Sonne scheint, vorher wurden diese Geräte überwiegend abends gestartet.

Und diese Rechnung ging auf, wir haben nahezu 100 Prozent des produzierten Stroms selber verbrauchen können.

Wir haben in den ersten 12 Monaten ganze 873 Kwh Strom produziert, das liegt über den Durchschnitt. Hat aber sicher mit dem „hellen und freundlichen“ Winter 2018/2019, und unserer verstellbaren Aufständerung zu tun.

Jedenfalls konnten davon 850 Kwh selber verbraucht werden.

Das ergibt bei unseren 30 Cent, die wir pro Kilowattstunde an den Energielieferanten bezahlen: 255 Euro.

255 Euro Ersparnis im ersten Jahr – wenn das so weitergeht dann ist unser Balkonkraftwerk nach ganzen 2,35 Jahren bezahlt (Kaufpreis lag bei 600 Euro)!!!

Das heißt wir haben die nächsten 25 bis 30 Jahre jedes Jahr eine Ersparnis auf der Stromrechnung von ganzen 255 Euro! Das ergibt in 30 Jahren 7650 Euro, wird aber wesentlich mehr sein, da der Strompreis natürlich steigt.

Anmerkung: Man muss natürlich fairerweise dazu sagen, dass wir Idealbedingungen haben. Zum einen konnten wir Aufständerung selber bauen, zum anderen haben wir durch das Büro eine erhöhte Grundlast, und auch das wir die Möglichkeit der optimalen Ausrichtung ohne Schatten haben, spielt uns in die Karten.

Aber wie oben bereits erwähnt, ob sich das ganze ein, zwei oder mehr Jahre später amortisiert ist völlig egal, es rechnet sich in jedem Fall!

Wir haben von einem befreundeten Balkonkraftwerk Nutzer ebenfalls die Zahlen aus den letzten 12 Monaten erhalten, dieser hat ein kleines, 280 Watt Balkonkraftwerk, diese Zahlen, und wie sich diese Solaranlage lohnt, werden wir die Tage hier veröffentlichen.

Unser Tipp: Nicht lang hin und her rechnen, Balkonkraftwerk kaufen und mit dem sparen beginnen, und zwar so schnell wie möglich.

Hier Tipps wie Sie ein Balkonkraftwerk kaufen können.